Kleiderschrank M125 von Hans Gugelot
 

27.02.2019Kleiderschrank M125 von Hans Gugelot

Hans Gugelot begann Anfang der fünfziger Jahre mit dem Entwurf eines Systemmöbels, das auf einem Raster von 125 Millimeter aufgebaut war und das er deshalb M125 taufte. 1954 wurde es das erste Mal an der Mustermesse in Basel präsentiert. Zwar gab es schon in den zwanziger und dreissiger Jahren zahlreiche Entwürfe für erweiterbare Möbel, allerdings handelte es sich sowohl bei Le Corbusiers casiers standards als auch bei Marcel Breuers Versuchen allesamt um additive Systeme, bei denen bestehende Einzelmöbel neben- oder aufeinandergestellt wurden, was zu einer Verdoppelung der Seitenwände führte.
Mit dem M125 präsentiert Gugelot in Europa erstmals ein echtes Systemmöbel, bei dem die Erweiterungen durch einzelne Seiten und Böden bzw. Deckelteile erfolgen. Dadurch werden nicht bloss Doppelungen vermieden, sondern auch schier unendliche Kombinationsmöglichkeiten garantiert. Hauptschwierigkeit bei dieser Möbelform bilden nebst der Rasterung stabile Verbindungen. Gugelot löst diese Problem, indem er entlang der vertikalen Elemente Gewindestangen verwendet, die die Konstruktion zusammenhalten.
Verkauft wurden die M125 Möbel in der Schweiz exklusiv durch die Wohnbedarf AG. Die Bretter der frühesten Ausführung sind mit hellem Holz furniert, mit runden Gewindestangen und Füssen aus Aluminiumguss versehen. 1959 präsentierte Wohnbedarf dann eine stark überarbeitete Variante, die durch den deutschen Hersteller Bofinger mit gebrochen weiss belegten Elementen hergestellt wurde.
Der hier angebotene Kleiderschrank mit Aufsatz stammt aus den 1960er Jahren. Er ist mit einer Kleiderstange und einem Tablar ausgestattet. Weitere Tablarträger für allfällig zu ergänzende Tablare sind vorhanden. BxTxH: 112 x 56 x 200cm. CHF 1200.–