Seltene Mewa-Schuhkippe von Wilhelm Kienzle
 

5.03.2026Seltene Mewa-Schuhkippe von Wilhelm Kienzle

Gemäss Arturo Milani – dem langjährigen Geschäftsführer des Zürcher Möbelgeschäfts „Wohnhilfe“ entwarf Wilhelm Kienzle die Schuhkippe während eines Wochenendes. Milani hatte ihn darum gebeten, ein leicht herstellbares Schuhmöbel zu entwerfen, das zu den übrigen Möbeln des Wohnhilfesortiments passte. Kienzle präsentierte einen stapelbaren Behälter mit kippbarer Klappe – damit war das Prinzip der Schuhkippe geboren, das uns heute so selbstverständlich erscheint. Der Wohnhilfe bescherte er damit einen Riesenerfolg.
Daran hätte gerne auch ein anderer Bekannter Kienzles teilgehabt: Blattmann von der Wädenswiler Metallfarbrik MEWA entwickelte mit Kienzle eine Metallvariante, die zwar stabiler und dauerhafter als die Tannenholzversion war, aber auch um einiges komplexer in Konstruktion und Herstellung. Wenig Freude an der metallenen Konkurrenz hatte Milani, denn Kienzle war gar nicht auf die Idee gekommen, sein Tun rechtlich zu überdenken. Er fiel aus allen Wolken, wie Milani sich später erinnerte, als er den Entwerfer damit konfrontierte. Immerhin scheinen sich die Beteiligen schliesslich geeinigt zu haben und MEWA komplettierte die übrigen nützlichen Metallgerätschaften aus Kienzles Hand mit der Schuhkippe. Gemessen an den wenigen heute erhaltenen Exemplaren, scheinen die Stückzahlen allerdings bescheiden ausgefallen zu sein. Das hier angebotene Exemplar weist Gebrauchsspuren auch. 96 x 77 x 24cm. VERKAUFT