DW-Wandmöbel von Dieter Waeckerlin
 

29.01.2026DW-Wandmöbel von Dieter Waeckerlin

In den 1950er Jahren konstatierte der bekannte Verfechter der Moderne und Architekturhistoriker Sigfried Giedion die Wiederbelebung der Wand. Während in der frühen Moderne die Wände innen wie aussen möglichst unangetastet blieben, änderte sich das nach dem Krieg. Für die Innenräume bedeutete das die Auflösung der klaren Unterscheidung zwischen Möbel und Architektur. Insbesondere Staumöbel wurden nun als Bestandteil der Zimmerbegrenzung oder sogar als Trennelement und quasi als fünfte Wand aufgefasst. Um die Forderungen der Moderne nach Flexibilität und ökonomisch sinnvoller Produktion aufrecht erhalten zu können, wurden neuartige Konzepte erdacht: Möbel nämlich, die seriell hergestellt wurden und trotzdem an den Raum angepasst werden konnten. Anstelle von verpönten Ornamenten trat nun – in Loos’scher Manier – die Schönheit des Materials. All das kombinierte Dieter Waeckerlin vorbildhaft in seinen Wandmöbeln, die üblicherweise eine ganze Wand im Wohnzimmer einnahmen und Stauraum für Bücher und Vieles mehr boten. Die kubischen Formen unterstützten die Wirkung edler Holzfurniere und blieben trotzdem im Hintergrund, so dass laut Idealheim-Katalog die Individualität der Bewohner:innen zur Geltung kommen kann – auch das übrigens eine Argument aus dem Schatzkasten der frühen Moderne.
Die hier angebotene Wand in Nussbaum weist vier schmale Schubladen mit Vollauszug und ein Wandkastenelement mit Klappe auf. Letztere kann in aufgeklappten Zustand auch als kleiner Schreibtisch verwendet werden. Länge knapp 360cm. Höhe 226, Tiefe 65cm. CHF 2400.–