Paravent von Eileen Gray
 

16.02.2022Paravent von Eileen Gray

Obwohl Grays Möbel heute zu den zeitlosen Klassikern der Moderne gerechnet werden, unterscheidet sich ihr Entwurfsansatz deutlich von andern Exponenten der modernen Avantgarde wie etwa Le Corbusier oder Marcel Breuer. Als eine der ersten Architektinnen im beginnenden 20. Jahrhundert war sie zunächst vom Jugendstil und dem sogenannten Japonismus beeinflusst. Die fernöstlichen Lacktechniken wurden zu einer ihrer Spezialitäten und kamen beispielsweise bei ihren Paravents zum Einsatz, die sie als Einzelstücke für vermögende Auftraggeber entwarf und fertigte. Mit dem Bau ihres berühmten Ferienhauses in Roquebrune 1925 schloss sie zumindest im äusserlichen Erscheinungsbild zur Moderne auf. In Ihrer Entwurfshaltung fühlte sie sich aber weiterhin dem einzelnen Individuum verpflichtet – das Maschinenhafte und Typisierte lehnte sie ab.
Der 193o entworfene, vierflüglige Paravent kann dank Spezialscharnieren in alle Richtungen gefaltet und ganz zusammengeklappt werden. Zwei unterschiedlich perforierte Metallbleche sorgen für unterschiedliche Lichtdurchlässigkeit. Produziert wurde der Paravent in den späten 1970er oder 1980er Jahren, als die Lizenz für die Herstellung einiger Gray Möbel von Zeev Aram – dem Gray die Rechte an ihren Möbeln gab und mit dem sie zusammen einige Modelle zur Serienreife brachte – an die Vereinigten Werkstätten vergab. Ab 1990 wurde die Produktion unter dem Namen Classicon weitergeführt. Höhe 168cm, Breite eines einzelnen Flügels 35cm. Kleinere Fehlstellen im Lack am Holzrahmen. CHF 2300.–