Spielkarten von Sonia Delaunay
 

26.03.2026Spielkarten von Sonia Delaunay

Die in der Ukraine geborene und in der gut situierten Familie ihres Onkels in St. Petersburg aufgewachsene Sonia Terk besuchte nach 1900 verschiedene Kunstakademien – auch in Deutschland, wo sie mit dem Impressionismus in Kontakt kam. Ihren Interessen folgend zog sie nach Paris, wo sie sich avantgardistischen Künstlerkreisen anschloss und den Maler Robert Delauny kennen lernte, den sie wenig später heiratete. In der Folge entwickelte sie ihren unverkennbaren geometrisch abstrakten Stil, dem sie bis an ihr Lebensende treu blieb. Zusammen mit ihrem Mann prägte sie den sogenannten Simultaneismus, bei dem durch starke Farbkontraste rhythmische Abfolgen und damit Bewegung dargestellt werden. Diese Bewegung war auch titelgebend für einen Spielkartenentwurf, den Delaunay in fortgeschrittenem Alter anlässlich einer Ausstellung für das deutsche Spielkarten Museum in Bielefeld 1964 entwarf. Dass sie zu den wenigen Künstlerinnen gehörte, die Spiele entworfen haben, ist insofern nichts Ungewöhnliches als sie bereits in den vorigen Jahrzehnten keine klaren Grenzen zwischen bildender und angewandter Kunst zog. So entstanden denn auch die zahllosen Stoffentwürfe, für die Delaunay nebst ihren Gemälden bis heute als eine der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts bekannt ist. Unbespieltes Kartenset in der Erstauflage der Bielefelder Spielkarten von 1964. Schachtel etwas vergilbt und mit bestossenen Ecken. VERKAUFT