Tisch mit vier Stühle von Alvar Aalto
 

23.11.2017Tisch mit vier Stühle von Alvar Aalto

Anfang der dreissiger Jahre experimentierte Alvar Aalto mit Holzbiegetechniken, die ihren Ausgangspunkt in den Bugholzstühlen von Thonet hatten. Aalto suchte nach einer Alternative zu dem mit Dampf und unter grosser Spannung gebogenen Buchenholz und griff zu einer Technik, bei der in ein Stück Birkenholz einseitig mehrfach Schlitze gesägt werden. Der so entstandene Holzfächer wird um  neunzig Grad gebogen und mit zusätzlichen Holzlamellen verklebt, um so ein stabiles L-förmiges Stuhlbein zu erhalten. Aalto hatte diese Technik 1933 patentieren lassen und als erstes einen Hocker entworfen, dessen Sitzfläche auf drei solchen Beinen ruht. Zwei Jahre später entwarf er für seinen Bibliotheksbau in Viipuri Stühle, bei denen es sich im Grund um den bereits entworfenen Hocker mit Rückenlehne handelte. Das Modell 66 besass eine etwas höhere Rückenlehne und bot damit am meisten Komfort der Sitzgelegenheit aus dieser Serie. Zur gleichen Serie gehörten runde und eckige Tische, in unterschiedlichen Höhen und Grössen, die meist mit Linoleum belegt wurden.
Das hier angebotene Set bestehend aus einem Esstisch und vier Stühlen wurde Ende der siebziger Jahre durch das Möbelgeschäft Wohnbedarf verkauft, das die Aalto-Möbel seit den dreissiger Jahren in der Schweiz vertreibt. Der Tisch ist mit rotem, die Stuhlflächen mit beigem Linoleum belegt und in dieser Ausführung so heute nicht mehr erhältlich. Guter Erhaltungszustand mit Gebrauchsspuren. CHF 1400.– (Set)