3.09.2026Seltener Schirmständer oder Vase aus Eternit
Um 1900 entwickelte der Österreicher Ludwig Hatschek den Werkstoff Asbestzement und verkaufte die Lizenz zur Herstellung kurz darauf an Produzenten in anderen europäischen Ländern unter der Auflage, das neuartige Material unter dem Namen Eternit zu produzieren. In der Schweiz wurde ein Eternitwerk in Niederurnen errichtet, das daraufhin Eternit in erster Linie als Baumaterial herstellte. Bereits in den 1930er Jahren entstanden auch erste Pflanzenbehälter – damals noch mit einem Metallrahmen. Wichtige Impulse für einen freieren Umgang mit dem Material stammten dann von Willy Guhl, der mit der Fachklasse für Innenausbau und Produktgestaltung in den frühen 1950er Jahren diverse Objekte inklusive Gartenmobiliar entwarf. Zusammen mit verschiedenen Werksentwürfen wuchs so das Sortiment bis in die 1980er Jahre stetig an.
Den einseitig geschlossenen Eternitzylinder findet man in höherer und schlankerer Form im Katalog von 1973 als Standaschenbecher. Die hier angebotene Variante ist allerdings einiges niedriger und hat vor allem einen grösseren Durchmesser. Die Abdichtung des Bodens legt deshalb den ursprünglichen Zweck als Schirmständer nahe, was die Verwendung als Vase natürlich nicht ausschliesst. Ca. 50 x 20cm. CHF 140.–

